nix

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Wir glauben, Erfahrungen zu machen,
aber die Erfahrungen machen uns.
(Eugene Lonesco)

Mittwoch, 7. April 2010

Dia alemão no Rio Branco

Nachdem ich den letzten Beitrag mit der Korrelation zwischen der Intensität des Niederschlags und dem Auftreten von unterirdischen Hauserweiterungen geschlossen habe, möchte ich diesen "Post" mit dem aktuellen Wetterbericht beginnen:
Während alles in und um Rio de Janeiro im Regen versinkt (Heftigste Niederschläge seit mindestens einem Jahrzehnt!), geht hier seit Tagen die "Angst" vor einem "friagem" um (in Bolivien würde man es einen "Surazo" nennen). Diese antarktischen Kaltlufteinbrüche drücken die Temepratur hier mitunter unter die 20°C-Marke, was für die Ortseinsässigen ungewohnt kalt ist. Den gebürtigen Mitteleuropäer freut es, er ertüchtigt sich im Freien und muss nicht mehrmals täglich Geruch und Schweißesnässe seiner Oberbekleidung testen.
Diese hat dann aber heute doch gelitten und zwar bei dem aufregend-bewegenden Spiel von "Bayern da Munique" gegen Manchester United. Bis zum 3:1 bin ich gar vor Scham und Wut im heimischen Sofa versunken, doch dann - dank der Hilfe von Rafael (Schön hässlich, diese Deutschen, wie sie die Gelb-Rote-Karte für den jungen Burschen fordern!) und von Arjen Robben - drehen die Bayern doch noch das Spiel und bescheren mir und dem "Deutschen Tag" einen würdigen Höhe- bzw. Endpunkt.Zum Mittagessen gab es meinen lang angekündigten "Ensalada de batatas com salsichas" à la Jaudszus! (siehe Foto) Nach erfolggreicher Zubereitung des Ganzen kenn ich nun den Unterschied zwischen weich- und hart-kochenden Kartoffeln (Die hier waren eindeutig weich-kochend, weshalb der Salat auch eher so ausssieht, als wäre er schon mal gegessen!) und kann freudig berichten, dass es in Brasilien sogar Gewürzgurken gibt. Erfreuen konnte ich auch Familie Rossi mit diesem typisch deutschen Gericht, das morgen mit einer regionalen Spezialität gekontert wird (Açaí - ein "Brei", der aus den Früchten der Kohlpalme oder eben Açaí oder auch Euterpe oleracea gewonnen wird), der ich für die nächsten Jahre eine große Zukunft in der Bio-Szene Mitteleuropas vorraussage (Vergesst alle schmudeligen Smoothies!).

4 Kommentare:

  1. der KaSa war bestimmt vorzüglich (ergibt mit der Wurst daneben eine wunderschöne komposition).
    was die kartoffeln angeht: weichkochend sind sie, glaub ich, alle, wenn man sie nur lange genug kocht. mehlig ist das pendant zu fest. diese vertreter zerfallen sozusagen von selbst und reagieren darum ziemlich empfindlich bei starkem umrühren ... (so viel zum "ich lege jedes Wort auf die Gold-Kartoffel-Waage")

    vielleicht gibts irgendwann ein parallelmahl von KaSa und Acai, sozusagen als kulturelle geschmackserweiterung für die freunde in der heimat ...?

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  2. Sollte Euterpe olereacea schneller den Weg nach Europa finden als ich (Damit wären wir auch schon bei dem in den nächsten Wochen ungemein wichtigen Wort "Dispersal"!), werde ich es den heimischen Feinschmeckern einmal vorführen.
    Die Zubereitung ist eigentlich ganz einfach, auch wenn ich sie heute ordentlich versaut habe!
    Den KaSa überlasse ich lieber den hartgesottenen Fachleuten der Hartkochenden! bzw. Nichts geht über Mutters Kartoffel-Salat!

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  3. Surazo! Dass Wort treibt mir immernoch Angstschweiß auf die Stirn! Ich hoffe du hast ne Jacke dabei? Aber scheinbar bist du ja deutlich näher am Amazonas bzw. deutlich weiter vom Winter entfernt als wir es letztes Jahr waren, oder wie sonst soll ich mir erklären dass du angeblich schwitzt (ich dachte das kannst du garnicht)?
    Sky habt ihr ja anscheinend da unten, so dass du dann heute auch den Bundesliga-Schlussspurt-Auftakt mitverfolgst? Auch wenn ich den Bayern nur international zuhalte wäre eine Bayer-Niederlage heute natürlich super für Heja-BVB...

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  4. Der Surazo schwächelt schon ein wenig und hatte hier eh nicht so viel Durchschlagskraft wie in jenen Tagen in Santa Cruz. Ne Jacke hab ich bisher jedenfalls noch nicht einmal in Erwägung gezogen. Und geschwitzt hab eich auch schon mehr als genug - ohne viel zu tun.
    Morgen (Sonntag) soll es dann aber wirklich und endlich noch ein Stück weiter nach Norden, d.h. nach Boca do Acre gehen.
    D.h. u.a. Abschied von den Annehmlichkeiten der Zivilisation!
    Dazu gehört hier zwar nicht Sky, aber übers Internet und durch 90elf bin ich Bestens mit Informationen und Fußball versorgt.
    Nix da mit Heja-BVB, Bayern ist noch kein Meister und die TuS kämpft noch ums Überleben!
    Gleich dann noch schön Barca gegen Real gucken und morgen auf eine Niederlage von Frankfurt hoffen!

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