nix

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Wir glauben, Erfahrungen zu machen,
aber die Erfahrungen machen uns.
(Eugene Lonesco)

Montag, 6. September 2010

A wie...

...ARBEIT
Noch bis Ende September (Trockenzeit im Beni) arbeite ich als „wissenschaftlicher Mitarbeiter“ (Peon oder „Mädchen für alles“ wäre allerdings treffender!) in einem geographischen Projekt der Universität Bern (Institut fuer Palaeogeographie):
http://www.geography.unibe.ch/lenya/giub/live/research/paleo/research.html

Das Projekt teilt sich in zwei Teile auf, die Inhalt von zwei verschiedenen Doktorarbeiten sind. Dabei helfe ich Umberto und Anna, den beiden Doktoranden, ihre Feldarbeit zu machen und genug (Boden-) Proben zu besorgen, die dann später im Labor analysiert werden. Grob ausgedrückt geht es darum, die Landschaftgeschichte („Evolución del paisaje“) der zurückliegenden 10.000 Jahre zu rekonstruieren und irgendwann vielleicht einmal zu verstehen.
Bei Annas Arbeit geht es hauptsächlich darum, die Klima-Geschichte und das fluviale System (Flüsse etc.) zu beleuchten.
Umberto richtet sein Augenmerk auf eine weitere erloschene Kultur Südamerikas: Moxos. Diese hat uns unzählige, heute noch gut sichtbare (Gelobt sei „Google Earth“!) Landschaftselemente hinterlassen haben (Kanäle, Deichanlagen, felderartige Gebilde und geometrisch geformte (rectangulare) Lagunen etc.).Auf jeden Fall hat sich jene Kultur wohl ganz gut auf Wasserführung und Wassernutzung verstanden, so dass es umso wichtiger ist, zu erfahren, wie viel Wasser es denn damals hier überhaupt gegeben hat, wo welche Flüsse lang flossen etc. Aber zunächst einmal muss bewiesen werden, was denn nun überhaupt anthropogen geformt wurde bzw. was natürlich sein könnte. Danach stellen sich dann die Fragen „Wie?“ und „Warum?“.

Die Arbeit besteht im Grunde genommen und ganz grob darin, erst einmal Boden- bzw. Sedimentproben zu nehmen, die dann später im Labor analysiert werden. D.h. wiederum, dass wir bohrender oder schaufelnder Weise versuchen, dem Boden seine Geheimnisse zu entnehmen. Das Ganze ist insofern nicht so einfach, als dass z.T. mit jeder neuen Probe neue Fragen und Unklarheiten aufkommen.

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