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Wir glauben, Erfahrungen zu machen,
aber die Erfahrungen machen uns.
(Eugene Lonesco)

Mittwoch, 29. Juni 2011

Ausangate-Umrundung

Fast jeder Peru-Besuch führt unweigerlich über bzw. nach Cuzco, das als Ausgangspunkt für den Inka-Trail und den Besuch von Machu Picchu gilt. Um wenigstens ein paar Tage den großen Touristenströmen (d.h. meinen Touristen) zu entfliehen, machte ich mich wie bereits im Jahre 2008 an die Umrundung des in Sicht und Reichweite von Cuzco liegenden Ausangate.
Was hat es mit dem AUSANGATE auf sich?
Der Ausangate (auch Auzangate) ist mit 6336 Metern der höchste Gipfel im Süden von Peru (und damit auch der vierthöchste des Landes). Der Ausangate liegt südöstlich von Cuzco am westlichen Rand der Cordillera Vilcanota. Alljährlich kurz vor Fronleichnam finden sich auf der Nordseite dieses Berges zahlreiche Pilger ein, um das mehrtägige Fest Quyllur Riti ("Schneesternfest") zu begehen. Dabei bringen die Indios dem großen Ausangate und anderen Berggottheiten (apus) Opfer dar, um hohe landwirtschaftliche Erträge für das nächste Jahr zu erbitten. Gehuldigt wird auch dem Bildnis des "Señor von Quyllur Riti" (Christus am Kreuz) – heidnisches und christliches Brauchtum vermischen sich. Während der Feierlichkeiten werden auch Eisstücke vom Gletscher des Ausangate abgeschlagen. Das Eis findet Verwendung als Heilwasser gegen Krankheiten.


Wie komme ich hin, weg, durch,…?
Um sich dem Ausangate und einer möglichen Umrundung anzunähern, bietet sich Cuzco an – gleichfalls die touristische Hauptstadt Perus. Von dort kommt man mit Bussen nach Tinqui (bzw. Tinke). Tinqui ist der eigentliche Ausgangspunkt für das Trekking. Hier finden sich einfache Übernachtungsmöglichkeiten, Führer und Trag bzw. Reittiere! Der Trek ist mit der geeigneten Kondition und der entsprechenden Aurüstung alleine zu bewältigen; allerdings sollte man in diesem Falle auch über gutes Kartenmaterial, eine ausgeprägte Orientierung und Berg-Erfahrung verfügen.
In Cuzco (und spätestens in Tinqui) kann man aber auch geführte Touren buchen, die neben der Ausrüstung auch Guide, Koch und Esel (als Tragetiere) anbieten. Trotz dieser Angebote ist die Ausangate-Umrundung weit weniger „touristisch“ als vergleichbare Trekking-Möglichkeiten rund um Cuzco (Inka-Trail, Salcantay etc.). In Cuzco können auch einzelne Ausrüstungsgegenstände (Zelte, Schlafsäcke etc.) geliehen werden. Lebensmittel müssen in Cuzco oder spätestens in Tinqui besorgt werden! Trinkwasser kann den Quellen und Bächen entnommen werden!














Worauf ist bei einer Umrundung des Ausangate zu achten?
Für die Umrundung des Ausangate benötigt man 4-5 Tage (ohne Anund Abreise) bei Start und Ziel in Tinqui! Obwohl die Tour in beiden Richtungen denkund durchführbar ist, würde ich den Ausangate aufgrund der besseren Höhenanpassung gegen den Uhrzeigersinn angehen. Derart hebt man sich den höchsten Pass (Punta Jampa: 5100m) für die Königsetappe am letzten Tag auf. Während der Umrundung befindet man sich auf Höhen zwischen 3800 (Tinqui) und 5100 Metern, überquert vier Pässe (zwischen 4600 und 5100m) und schläft immer in Höhen über 4300m. Die Temperaturen sinken auf solchen Höhen nachts immer unter dem Gefrierpunkt!
Die Landschaft wechselt während des Treks zwischen hochandinem Felsund Gletschergebieten und „lieblichen“ Lama-Weiden ab. Immer wieder sind kleinere Bäche zu überqueren; größere und kleinere Lagunen pflastern den Weg und laden zum Verweilen ein. Nur selten kommt man an Dörfern vorbei; des Öfteren trifft man allerdings auf Hirten.

7 Kommentare:

  1. Ha, sieht fast aus wie bei meinen Eidechsen :-) Nur das die (manchmal) schneebedeckten Gipfel weiter entfernt sind und nicht ganz so hoch :-), aber sonst: Huegel, gelbes (goldenes) grass und Felsbrocken!
    Gruesslies,
    K

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  2. Das Faszinierende ist vielmehr, wie viel Leben es noch auf 4000-5000m gibt! Der Andenspecht (Colaptes rupicola) warnt seinen Partner vor dem herannahenden Gringo; Vicuñas fluechten, waehrend Alpakas nur dumm gucken; Finken fangen Fliegen und selbst Echsen habe ich noch gesehen,...

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  3. Alpakas gibt's hier auch ein paar und Unmengen dumm guckender Schafe :-) K

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  4. Warum gibt es bei euch Alpakas???
    Habt ihr nicht schon genug Rothirsche???

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  5. Wegen der Wolle! Die laufen auch nicht frei rum, sondern auf Weiden, so aehnlich wie Schafe. Ja, Rothirsche gibt's wild (eingefuehrt) und auf der Weide. Ist schon komisch die Landstrasse entlang zu fahren und rechts und links riesige Herden von Rotwild die das gar nicht stoert. Erst beim zweitem mal Hingucken faellt einem der grosse Zaun auf, eine Weide fuer gezuechtetes Rotwild. Neuseeland ist einer der weltweit grossten Wild-Fleisch (Rotwild) Exportoere, Hauptabnehmer: Deutschland! :-)
    Ansonsten springen hier in den Waeldern und Bergen zur Freude der Jaeger und zum Unmut der Oekologen vielerlei Hufiere umher: Wapiti, Rotwild, Sika Hirsche, Rusa Deer, Sambar Deer, Weisswedelhirsche, Damhirsche, Himalayan Thar, Gams(boecke), Sued-pazifische Ziegen, Wildschweine. Elche wurden auch eingefuehrt (1910) aber schon seit Jahren nicht mehr gesehen, es gibt Leute die glauben das es noch welche im Fjordland gibt. :-)
    K x

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  6. Wow - super schoen! Sag das naechste Mal Bescheid, da komm ich mit! Gruesse aus Whitehorse! C.

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  7. Ja, war echt schoen!
    Jetzt geht es dann aber bald erst mal wieder ins (bolivianische) Tiefland.
    En Octubre estoy de vuelta por Peru y el Auzangate! Und irgendwann komm ich dann auch mal in Whitehorse vorbei!

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