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Wir glauben, Erfahrungen zu machen,
aber die Erfahrungen machen uns.
(Eugene Lonesco)

Dienstag, 25. Oktober 2011

Das nordpatagonische Seengebiet

Das nordpatagonische Seengebiet befindet sich im südlichen Teil des südamerikanischen Kontinents zwischen 39° und 42° südlicher Breite. Es wird nach THOMASSON (1963) auch Araukanisches Seengebiet genannt. Es setzt sich zusammen aus einem chilenischen und einem argentinischen Distrikt mit zahlreichen großen (z.T. 5 km2), tiefen (120 - 460 m), meist oligotrophen, warm monomiktischen Seen, die in die Andenkordillere eingebettet oder dieser vorgelagert sind (THOMASSON 1963; CAMPOS 1984; GELLER 1992). Die meisten Seen sind glazialen (wenige auch tektonischen) Ursprungs und erhielten ihr derzeitiges Niveau und ihre Morphologie ungefähr vor 10.000 bis 12.000 Jahren.


Das Gebiet ist sehr wasserreich mit von Westen nach Osten zum Andenhauptkamm hin zunehmenden Niederschlägen (2000-6000 mm a-1). Dadurch sind die Abflussmengen, trotz der im Verhältnis zur Seengröße relativ kleinen Einzugsgebiete, sehr groß und die theoretische Wasseraustauschzeit der meisten Seen ist sehr kurz - i.d.R. 1 bis 4 Jahre (THOMASSON 1963; CAMPOS 1984).


Östlich der Anden nehmen die Niederschlagssummen ab; die Einzugsgebiete der meisten argentinischen Seen befinden sich aber noch in Räumen mit verhältnismäßig hohen Niederschlägen (500-2700 mm a-1) (MODENUTTI et al.1998).


Die Wasserläufe der chilenischen Seenregion orientieren sich von Osten nach Westen, d.h. von der Andenkordillere zum Pazifischen Ozean.

Die 17 größten Seen lassen sich von Norden nach Süden sechs Flusseinzugsgebieten zuordnen (SOTO & CAMPOS 1995):
- Río Toltén, der den Abfluss der Seen Villarrica, Caburgua und Colico bildet;
- Río Valdivia, der die Seen Lácar (Argentinien), Pirehueico, Neltume, Pellaifa, Calafquen, Panguipulli und Riñihue zusammenfasst;
- Río Bueno, der die Seen Ranco, Maihue, Gris und Puyehue entwässert;
- die Flüsse Río Maullin, Río Petrohue und Río Chamiza, die jeweils dem Lago Llanquihue, dem Lago Todos-Los-Santos bzw. dem Lago Chapo zuzuordnen sind.

Die argentinischen Seen (außer dem Lago Lácar) gehören zum Einzugsgebiet des Río Negro.

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