nix

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Wir glauben, Erfahrungen zu machen,
aber die Erfahrungen machen uns.
(Eugene Lonesco)

Montag, 30. April 2012

Zielgerade

gegen Windmuehlen gekaempft wie Don Quijote

Auf den letzten 200 Kilometern in Galizien wurden mir, wie erwartet noch einmal alles abverlangt!
Dabei hat sich Galizien auch redlich bemueht, mir den Weg so beschwerlich als moeglich zu gestalten:
- Nebel liessen den Pilger im Trueben fischen;
- der Weg fuehrte an jedem erdenklichen Friedhof vorbei ("Pilgersruh"), um den Wanderer auf die stest laurenden Gefahren hinzuweisen;
- der allgegenwaertige Regen verwandelte sich auf den galizischen Hoehen (immerhin ueber 500m) in Hagel;
- allgegenwaertig (mindestens alle 500m) waren auch die Kilometersteine, die einem schmerzlich die Langsamkeit des Seins und vor allem des Gehens vor Augen fuehrten,...

Die allergroesste Pruefung sollte allerdings erst ganz am Ende, auf der letzten Etappe auf mich warten:
die letzten 25 Kilometer verlaeuft der Kuestenweg gemeinsam mit dem "Camino francés", dem Hauptweg aller Jakobswege. Und was da mittlerweile geboten wird bzw. was sich dort in den letzten 10 Jahren veraendert hat, ist einfach nur unbeschreiblich. Aus dem beschaulichen Pilgerweg ist eien Autobahn fuer Pilger, Wanderer, Sinn-Suchende, Radfahrer, Gottesfuerchtige, Atheisten, Analphabeten und deren Artverwandte geworden.























Flucht vor den Pilgern nach Santiago:
Um dem Pilgerstrom zu entkommen bin ich dann einfach nach Santiago durchgelaufen, einen Tag frueher als gedacht eingelaufen, habe aus dem 5er- einen 6er-Schnitt gemacht, nur um mich...

 ...am "Monte de Gozo" mit einer Horde phillipinischer Bus-Touristen wiederzufinden, die es unglaublich fanden, auf einen echten Pilger zu treffen - es also unglaublich fanden, mich zu treffen. Dementsprechend anhaenglich waren sie dann auch und wollten von mir Photos in allen Lebenslagen machen! Gerettet hat mich dann die nette spanische Reiseleiterin (Kollegen unter sich!), der ich auch erst einmal erklaert habe, dass Photos mit mir zwar o.k. sind, aber ich keinesfalls laecheln werde.

Monte de Gozo:
des Pilgers Eingangsportal nach Santiago


































P.S.:
Am Beeindrucksten in diesen letzten Tagen war sicherlich der Besuch des Zisterzienser-Klosters von Sobrado dos Monxes - vor allem, weil man als Pilger das Innnere des Kloster betreten konnte und weil das schon von aussen beeindruckende Gotteshaus von innen eine ganz besondere Atmosphaere zu bieten hatte. Warum? Weil die Kirche komplett leer und ausgeraeumt war, ich ganz alleine in den riesigen Hallen wandelte und man ueberall Wetter, Wind und Verfall spueren konnte.

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