
Der Elbrus ist ein erloschener, stark vergletscherter Vulkan mit zwei Gipfeln. Der Ost-Gipfel erreicht 5621m! Der West-Gipfel ragt mit 5642m Höhe als höchste Spitze des Kaukasus und Russlands hervor. Je nach politischer und geografischer Grenzziehung kann man den Kaukasus und damit den Elbrus auch zu Europa zählen, was ihn gleichsam zum höchsten Berg des Kontinents und damit zu einem der „Seven Summits“ macht.
Der Elbrus, der am Anfang des Baksantales liegt, ist gleichsam bei Touristen
und Bergsteigern beliebt. Für die Besteigung gibt es drei Möglichkeiten: die
leichtere und kürzere Südroute (mit Akklimatisation etc. ca. 1 Woche), die
anspruchsvollere und längere Nordroute (ca. 10 Tage) und eine Überschreitung
von Nord nach Süd (ca. 12 Tage).
Besteigung über die
Südroute:
Am Anfang des Baksantales auf ca. 2300m liegt die
Kleinstadt Polana Asau. Dort kann man die letzten Einkäufe tätigen oder sich Ausrüstungsmaterial
besorgen bzw. ausleihen.
Eine zweitteilige Seilbahn (Kabinenbahn) führt von Polana Asua in eine Höhe von
ca. 3500m. Von dort geht es entweder per Sessellift oder zu Fuß weiter – zum
Basislager bzw. zur traditionellen Übernachtungsstation, den sog. „Botschkis“
auf ca. 3800m. Bei den „Botschkis“ handelt es sich um alte, riesige Ölfässer,
die zu recht gemütlichen Berghütten umfunktioniert wurden. Meist teilen sich 6
Personen eine der „Botschkis“!
Zur Akklimatisation und zum Einlaufen der Ausrüstung bieten sich die
Pastuchov-Felsen auf 4700m Höhe an. Für die Strecke von den “Botschkis“ zu den
Pastuchov- Felsen und wieder zurück benötigt man ca. 6h! Von Anfang an läuft
man mit seiner vollen Ausrüstung, d.h. Steigeisen, Eispickel etc.! Der Umgang
mit diesen Gerätschaften sollte bekannt und routiniert sein!
Am Gipfeltag, der in den frühen Morgenstunden beginnt, hat man zwei
Möglichkeiten:
entweder man startet direkt von den „Botschkis“ aus (zwischen 2 und 4 Uhr
morgens – bei Dunkelheit und eisigen Temperaturen) oder man nutzt die Dienste
eines preisintensiven Raupenfahrzeuges, welches den Aufstieg bis zu den
Pastuchov-Felsen bewältigen kann. Zweitere Option erhöht die Gipfelchancen; man
spart ca. 3-4h mühsamen Aufstieges und gewinnt ein paar Stunden Schlaf.
Von den Pastuchov-Felsen geht es dann nur noch zu Fuß weiter! Von den
Bergführern geleitet und unterstützt kämpft man sich zunächst bis zum Sattel
zwischen den beiden Gipfeln des Elbrus. Von dort sind es dann immer noch 2-3
Stunden bis zur Spitze des Elbrus-Westgipfel; beim Aufstieg muss des Öfteren
der Eispickel eingesetzt werden. Auch wenn die Gipfelmarkierung recht einfach
ist (kein Gipfelkreuz etc.), so entschädigt doch der weite Blick über die
Gipfel des Kaukasus und das wohlige Gefühl, auf einem der höchsten und
schönsten Berge Eurasiens zu stehen. Nach mühsamem und ewigem Abstieg, der
nochmal alles an Kondition und Konzentration erfordert, endet dieser lange und
anstrengende Tag nach ca. 10-12 Stunden in den jetzt noch gemütlicher wirkenden
„Botschkis“.
Die gesamte Kaukasusregion ist mit knapp 400000km² größer als Deutschland! Dieses ca. 1100km lange, von West-Nordwest nach Ost-Südost verlaufende Gebirge liegt zwischen Schwarzem und Kaspischem Meer, und damit auf der Grenze zwischen Europa und Asien. Im kaukasischen Teil Russlands, Georgiens, Armeniens und Aserbaidschans finden sich u.a. schöne, hohe, schneebedeckte Berge; ruhige, dichtbewaldete Täler; kleine, erdige Dörfer mit Hausmannkost; blumenbestandene, sonnige Almen; eine jahrtausendalte kulturelle Vielfalt; alpine Infrastruktur für die Freuden des Sommers (Trekking; Bergsteigen; Mountainbiken etc.) und des Winters (Ski und Rodel gut!);… - Wer dies sucht, kann all dies und noch viel mehr im Kaukasus vorfinden!









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