Im Süden Kamtschatkas stehen insgesamt 711.000ha unter Naturschutz ( Juzno-Kamčatskij-Naturpark: 486.000ha). Die gesamte Südspitze Kamtschatkas (225.000ha) rund um das Lopatka-Kap wurde schon 1882 unter Zar Alexander III. unter Schutz gestellt, um die wertvollen Bestände an Zobel und Seeotter zu schonen. Heutzutage besitzen diese Gebiete den höchsten Schutzstatus in Russland und dienen als Rückzugs- und Brutgebiete vieler verschiedener Tierarten - wie z.B. ca. 1000 Braunbären, Millionen von (Rot-)Lachsen und Riesenseeadler...
1996 wurden 6 verschiedene Schutzgebiete Kamtschatkas zum UNESCO-Weltnaturerbe "Die Vulkane Kamtschatkas" ernannt.
Kurilen-See
Der Kurilen-See ist der bekannteste Teil des Juzno-Kamcatskij-Naturreservats. Mit 76 Hektar Wasserfläche und einer Tiefe von bis zu 306 m ist er der zweittiefste See Russlands (nach dem Baikalsee). Auch der Kurilen-See geht auf vulkanische Aktivität zurück: vor rund 8000 Jahren entstand er nach einem gewaltigen Vulkanausbruch. Die entleerte Magmakammer brach ein und bildete eine 8 mal 14 Kilometer große Caldera. Nach Bildung der Caldera entstanden die Vulkane Ilinskaja Sopka im Nordosten und Diki Greben im Westen des Sees.
Der Kurilen-See entwässert über den Fluss Osernaja nach Westen in das Ochotskische Meer. Von dort ziehen jedes Jahr mehrer Millionen Lachse in den Osernaja bzw. den Kurilen-See, um dort abzulaichen. Besonders der Rotlachs spielt für die Nahrungsnetze rund um den See eine besondere Rolle. Vom Reichtum an Lachsen profitieren u.a. die Braunbären; der Kurilen-See gilt als Kinderstube der Braunbären, da die Mütter mit ihren Jungtieren hier Nahrung im Überfluss und damit stress- und gefahrfreie Räume finden.
Es gibt zwei verschieden Arten um den Kurilen-See zu erreichen - entweder auf dem Landweg (mit einem geländegängigen Fahrzeug an der Westküste entlang, von Osernowskij dem Flusslauf der Osernaja folgend, die letzen 12km in Begleitung eines Rangers zu Fuß bis zum Camp am Ausfluss der Osernaja) oder per Helikopter mit Landung in einem der beiden Camps. Eines der Camps befindet sich direkt am Ausfluss der Osernaja (im Nordwesten des Sees); dort wo die ziehenden Lachse den Kurilen-See erreichen. Hier befindet sich auch eine wissenschaftliche Station, die sich der Lachszählung und weiteren ökologischen Parameter widmet. Die Grassy Point Lodge befindet sich am Südufer des Sees. Von beiden Camps sind Touren zu Fuß oder im Boot möglich - immer in Begleitung eines bewaffneten Guides. Des Weiteren verfügen beide Camps über feste Schlafplätze, Zeltplätze, Küchen und einfache sanitäre Einrichtungen. Buchungen und Anmeldungen müssen im Vorfeld über das Büro der Zapovednik-Verwaltung in Elizovo gemacht werden.| Grassy Point Lodge |

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