Abschied zu nehmen von Santa Cruz; kurzer Aufenthalt in La Paz (d.h. einen "Gewinn" von mehr als 3000 Höhenmetern); Landung in der Hauptstadt des Pando, Cobija (Verlust von mehr als 3000 Höhenmetern); Einreise nach Brasilien und Weiterreise nach Río Branco.
Die Stunde Flug verbrachte ich mit unruhigem Schlaf!
In "El Alto" auf über 4000m angekommen, bestaunte ich zunächst einmal das mich umgebende, wolkenverhangene Bergpanorama, um mir dann schnellstmöglich meinen einzigen Pullover zum ersten (und vorerst letzten) Mal überzuziehen.
DER SPIEGEL schrieb am 12.09.2009 Folgendes:
...In Bolivien gingen unterdessen die gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern und Gegnern der Regierung weiter. In Cobija im nördlichen Departamento Pando seien dabei acht Menschen durch Schüsse getötet und rund ein Dutzend weitere verletzt worden, teilte die Regierung in La Paz mit. Wegen dieser "brutalen Ermordung von Bauern" gelte eine eintägige Staatstrauer, sagte Vize-Präsident Alvaro García Linera. Auch in den Regionen Santa Cruz, Tarija, Beni und Chuquisaca war es in den vergangenen Tagen zu Protesten und Gewaltausbrüchen gekommen. In mehreren Orten besetzen Regierungsgegner Zollstationen, Finanzämter und Telefonzentralen....
Knapp 1 Monat davor berichtete bereits ein gewisser Bernhard Vogt:
...War schon eine komische Stimmung in und um Santa Cruz: um die Plaza de armas herum finden desfiles für Bolivien statt und auf der Plaza selbst stehen Zelte des hiesigen Departaments, das sich fuer eine Unabhaengigkeit stark macht. In den Zelten liegen Anhänger und Politiker, die z.T in den Hungerstreik gegangen sind.
Am Sonntag findet mal wieder ein Referendum statt, wo alle Wähler Boliviens gefragt sind, ob sie mit der Politik und der Ausrichtung der Regierung (mit dem Präsidenten Evo Morales) (a) und der Departaments (b) zufrieden sind.
...Fast hätte ich es auch gar nicht mehr rechtzeitig zum Bus geschafft, da es just gegen Sonnenuntergang (18 bis 18:30 Uhr) auf der Plaza de armas zu einer Wahlkampfveranstaltung der im Departament Santa Cruz ansässigen Partei kam. Trotz der sich im Hungerstreik befindenden Compañeros hatte das Ganze eher Karnevalscharakter: hupende Autos, laute Musik, Parolen, alles und alle in grün-weiss (Die Farben von Santa Cruz!). Der gesamte Plaza und alle Nebenstrassen waren von Partei-Sympathisanten (von Ruben Costa - ab Donnerstag ebenfalls im Hungerstreik) ueberfüllt. Gut auch, dass ich dann Sonntag und Montag nicht mehr hier bin. Je nach Ausgang des Referendums könnte es hier (zumindest rund um die Plaza) unfreundlich werden. Wär nicht das erste Mal, dass es hier Unruhen, Krawalle und Tote gaebe. (Als ich das letzte Mal (2003) hier war, gab es in meinen 4 Monaten 3 verschiedene Präsidenten in La Paz!).
...Gegen 21 Uhr saβ ich dennoch im Bus, um von der Hauptstadt des Departamentes Santa Cruz (Santa Cruz eben) in die Hauptstadt des Nachbar-Departamentes Beni (Trinidad) zu gelangen. (Santa Cruz und Beni sind insofern auch „benachbart“, als dass beide Departaments gegen die Regierung in La Paz aufbegehren und sich für eine Autonomie aussprechen.)
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