Heute, Montag, 12.04.2010, und damit fast einen Monat nach meiner Abreise aus Deutschland ging es endlich los und auf nach Amazonien: mit einem Taxi (wiederum ein gutgekühlter VW Santana) ging es zunächst rasend schnell auf der BR317 in Richtung Norden. An der Landesgrenze zwischen dem Bundesstaat Acre und dem Bundessstaat Amazonas änderte sich der Straßenbelag grundlegend von Asphalt zu schlaglochübersäter Terra. Am Landschaftsbild änderte sich hingegen gar nichts: links und rechts der Straße breiten sich Fazendas aus, die für ihre Rinderzucht (schöne weiße Zebus auf grünster Wiese und unter blauem Himmel) amazonische Primärwälder abholzen, um derart die brasilianische und europäische Fleischeslust zu befriedigen. Stehenbleiben bleiben meist nur einige Palmen und die riesigen Castanhã-Baüme (Bertholletia excelsa), die zum einen unter Schutz stehen und zum anderen kommerziell genutzt werden – für die Ernte der castanhãs bzw. Para-Nüsse. (Wie es mit der
sexuellen Vermehrung, Ausbreitung und Verjüngung der Bäume bestellt ist, werde ich in einer nächsten Forschungsarbeit behandeln.)
Ronaldo ist dem treuen Blog-Verfolger schon aus dem HACHEZ-Trailer bekannt, in welchem er u.a. als zufriedener Cacao-Vortester auftritt. Auch ich habe heute zum ersten Mal getrocknete, aber ansonsten unbehandelte Kakao-Bohnen probiert und bin durchaus begeistert.
Ansonsten gefiel mir das kleine, schmuddelige und wuselige Boca do Acre auf Anhieb sehr gut: lag es am Zusammenfluss der beiden Tieflandströme Acre (Bereits beliebt und bekannt aus Rio Branco!) und Purus, der dem Koblenzer heimatliche Gefühle entlockte; oder am Auf- und Abtauchen der Flussdelphine (auch bekannt als boto, bufeos oder Inia geoffrensis) im Sonnenuntergang.?
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