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Wir glauben, Erfahrungen zu machen,
aber die Erfahrungen machen uns.
(Eugene Lonesco)

Montag, 4. Juni 2012

NEVADO PISCO



 In der Provinz Ancash werden die Anden durch drei gewaltige Gebirgsketten geformt: die Cordillera Negra (im Westen), die Cordillera Huayhash (im Südosten) und die Cordillera Blanca (im Osten). Die Cordillera Blanca erstreckt sich auf ca. 200 km (und max. 28 km Breite) in NNO-SSE-Richtung. Hier türmen sich über 60 Berge, die höher als 5000 m sind (u.a. der Alpamayo (5947 m)), und immerhin noch 27 Berge , die höher als 6000 m sind. Unter ihnen befindet sich der höchste Berg Perus, der Huascarán mit 6768 m. Aufgrund dieser Berge, der mehr als 250 Lagunen und dem Nationalpark Huascarán, der fast die gesamte Cordillera einbezieht, ist das Gebiet ein Paradies für Wanderfreunde und Bergsportler. Zentrum des Andinismus ist Huaraz, die Hauptstadt der Provinz Ancash.

Als Vorbereitung für die etwaige Besteigung eines 6000er und als Einstiegsberg für erste Erfahrungen im Bergsteigen auf Schnee & Eis hat sich in den letzten Jahren der Nevado Pisco (5750m) etabliert. Die Besteigung  ist mit geeigneter Kondition und Höhenanpassung und entsprechender Aurüstung von Huaraz aus in zwei bis drei Tagen zu bewältigen. An- und Abfahrt lässt sich mit öffentlichen Bussen bzw. Taxis regeln! In Huaraz selbst lassen sich die komplette Ausrüstung (Steigeisen & Pickel; Schlafsack & Zelt; Essen & Trinken etc.) und ein erfahrener Bergführer organisieren.
Dur ch seine zentrale Lage innerhalb der Cordillera Blanca und im Nationalpark Huascarán bietet der Gipfel des Nevado Pisco unglaubliche Ausblicke auf die umliegenden Berge und Gletscher – ein wahrhaft unvergesslicher Augenblick. Für die 2-3 Tage im Nationalpark Huascarán wird ein Eintritt von z. Zt. 65 Soles verlangt. Die Besteigung des Nevado Pisco läuft im Einzelenen wie folgt ab:

1. Tag:
Huaraz (3100m) – Cebollapampa (3900m): Bus: ca. 4h; 25,- Soles
Cebollapampa (3900m) – Campo Morena (4900m): 5-6h; 1000m↑
Am frühen Morgen verlassen die ersten Busse Huaraz in Richtung Yanama: auf aspahltierter Straβe geht es zunächst bis Yungay; von dort geht es auf immer schlechter werdender Wegen bergauf in den Nationalpark Huascarán. In Cebollapampa auf halbem Wege zum Portachuelo-Pass (4767m) beginnt die Zugangsroute zum Pisco. Nach  ca. 3h wird das „Campo Base“ (4700m) mit dem Refugio Peru erreicht, welches Zeltmöglichkeiten und eine befestigte Unterkunft (Berghütte) bietet. Empfehlenswert ist es allerdings, sich noch weitere ca. 2h durch die wilde Steinlandschaft einer Moräne bis zum „Campo Morena“ (4900m) zu kämpfen. Zwar kann die Nacht im „Campo Morena“ aufgrund der Höhe und der Kälte ungemütlicher als im „Campo Base“ oder gar im Refugio Peru werden, doch gewinnt man durch den Aufstieg am 1. Tag 2 Stunden Schlaf und erspart sich am frühesten Morgen das Auf und Ab durch die Moräne  auf rutschigen Steinen. Im „Campo Morena“ angekommen sollte schnellstmöglich das Camp errichtet werden, das warme Abendessen eingenommen werden und frühstmöglich Entspannung im Schlafe gefunden werden. „Campo Morena“ bietet Wasser zum Trinken und Kochen; allerdings gibt es keinerlei sanitäre Einrichtungen!

2. Tag:
Campo Morena (4900m) – Nevado Pisco (5750m): 5h Aufstieg in Schnee & Eis
Nevado Pisco (5750m) – Campo Morena (4900m): 3h Abstieg in Schnee & Eis
Campo Morena (4900m) – Cebollapampa (3900m): 3-4h; 1000m↓
Cebollapampa (3900m) – Huaraz (3100m): Bus: ca. 4h; 25,- Soles
Gegen 3 Uhr morgens (je nach Absprache mit dem lokalen Guide) und in eisiger Kälte beginnt das Projekt „Gipfelsturm“. Nach wenigen Metern Aufstieg wartet der erste Eisabschnitt, so dass die Steigeisen und das Seil angelegt und der Pickel ausgepackt werden müssen. Danach stehen ca. 5 anstrengende Stunden Aufstieg in Schnee & Eis an, die spätestens beim Sonnenaufgang und kurze Zeit später beim Erreichen des Gipfels mehr als entschädigt werden. Nach dem der Erfolg gefeiert wurde und die Gipfelphotos gemacht wurden, beginnt der ca. 3-stündige Abstieg zum „Campo Morena“ bei nun immer stärker werdender Sonneneinstrahlung. Nach Abbau des Camps und einer wohlverdienten Pause steht nun der weitere Abstieg an – besonders die Passage durch die Moräne schwächt den bereits müden Körper zunehmend. Nach weiteren 3 bis 4 Stunden erreicht man Cebollapampa, wo es Transfermöglichkeiten nach Huaraz gebven sollte.

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