nix

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Wir glauben, Erfahrungen zu machen,
aber die Erfahrungen machen uns.
(Eugene Lonesco)

Samstag, 25. Januar 2014

WILDEREI weltweit

Nachdem ich im Dezember bei meinem Besuch auf  Okomitundu (Namibia) beim nichtsahnenden Joggen in der Abenddämmerung auf eine Gruppe ländlicher, unprofessioneller Wilderer samt ihrer Hunde und Esel gestoßen bin, möchte ich mich heuer einmal einem etwas ernsteren Thema widmen, das in diesem Monat und im letzten Jahr  zum Glück bzw. bedauerlicherweise wieder in aller (Presse-) Munde war:

Das letzte große Artensterben?
Die
Evolution ist ohne das Aussterben von Ar­ten nicht vorstellbar. Veränderte Lebensbe­dingungen führen zum Wandel von Arten und letztlich auch dazu, dass bereits Millionen Tier- und Pflanzenarten auch ohne das Zutun des Men­schen wieder von unserem Planeten verschwunden sind. Artensterben als Motor der Evolution? Rückblickend mag dieses Bild durchaus zutreffen! Die Geschichte des Le­bens kennt bislang fünf große Artensterben. Bedingt durch geologische Veränderungen starben bis zu 90% aller Tier- und Pflanzenarten aus. Bekanntestes Beispiel ist das Massensterben am Ende der Kreidezeit, ausgelöst durch den Einschlag eines gewaltigen Asteroiden. Nach solchen Ereignissen nahm die Artenvielfalt, gemessen in geologischen Zeiträumen, wieder zu.
Das gegenwärtige Artensterben hat andere Ursachen: der Rückgang der Artenvielfalt, bedingt durch das Han­deln des Menschen, ist dramatisch und übertrifft na­türliche Aussterberaten um ein Vielfaches. Bereits am Ende der letzten Eiszeit begann der Mensch, das Schick­sal großer Säugetierarten zu beeinflussen. Verluste durch direkte Verfolgung von Tieren zur menschlichen Ernäh­rung, aber auch aus Angst oder Konkurrenzdenken, standen am Beginn. Historisch belegt ist die Ausrottung von Dodo, Auerochse und Beutelwolf. Nahezu unglaub­lich erscheint das Los der nordamerikanischen Wander­taube: Mit 5 Milliarden Individuen einst häufigste Vo­gelart der Welt, hauchte am 1. September 1914 die letzte ihrer Art ihr Leben aus. Ausgerottet aus Gier und purer Lust am Töten. Der menschengemachte Niedergang der Biodiversität unterscheidet sich nicht nur hinsichtlich seiner drama­tischen Geschwindigkeit von allen vorhergegangenen Massensterben. Geologische Veränderungen dezimier­ten die „Basis“, sogenannte Primärproduzenten und nie­dere Tiere, hauptsächlich in flachen Meeresbereichen. Heute sind vor allem die Wirbeltiere, allen voran Vögel und Säugetiere, massiv bedroht. Realistische Prognosen prophezeien das Aussterben von 50% ihrer Arten wäh­rend der nächsten Jahrzehnte.

Wie viele Arten braucht die Erde?

Dazu Trauriges aus Südafrika und Abstruses aus Deutschland!
Weitere Beispiele gäbe es allerdings zuhauf!


SÜDAFRIKA:
Es ist ein trauriger Rekord: Im Jahr 2013 wurden in Südafrika mindestens 1004 Nashörner durch Wilddiebe getötet - eineinhalb Mal so viele wie im Vorjahr. Umweltschützer sind alarmiert: Wenn nicht bald gehandelt wird, sterben mehr Tiere als geboren werden.
Die Zahlen, welche die südafrikanische Regierung Anfang Januar veröffentlichte, übertreffen alle schlimmsten Befürchtungen: Mindestens 1004 Nashörner wurden im vergangenen Jahr in dem Land durch Wilderer getötet, meldet das zuständige Amt für Umweltschutz. Im Durchschnitt wurden in Südafrika 2013 an jedem Tag drei Tiere getötet - der schlimmste Wert, den es jemals gab.
Die Zahl der gewilderten Tiere ist eineinhalb Mal so hoch wie im Jahr 2012, damals starben 668 Nashörner durch Wilderer. Die Population nähere sich immer mehr einem kritischen Wert, waren Experten: Bald würden mehr Tiere getötet, als durch Geburten wieder hinzukommen.
Wilderer machen enorme Gewinne mit dem Verkauf der Hörner der Tiere. Hinter den einzelnen Tötungen stehen längst gut organisierte Banden. Dabei geht es um Geschäfte im Wert von mehreren hundert Millionen Euro: z.B. 50.000 Euro für ein Kilogramm verarbeitetes Nashornpulver;  maximal 3000 Euro für ein ganzes Horn.
Hauptabnehmer von
Nashorn sind Länder wie Vietnam, Laos oder Thailand. Elfenbein, Rhinozeros-Horn oder Löwenknochen sind in Asien begehrte Zutaten für Medikamente und Potenzmittel.
Wilderei bedrohe langfristig ernsthaft die
Bestände der etwa 450.000 Elefanten und 25.000 Nashörner Afrikas, warnen die Tierschützer. Inzwischen haben wegen der brisanten Lage Interpol und die für organisierte Kriminalität zuständige Uno-Organisation Unodoc eine gemeinsame Einsatzgruppe gegen Wilderer gebildet.


http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-112638530.html




















DEUTSCHLAND:

- BONN:


Nicht einmal in den europäischen Museen sind Nashörner noch sicher: Bislang unbekannte Täter sind am 16.05.2013 ins Museum Koenig in Bonn eingebrochen. In den Museumsräumen sägten die Einbrecher einem Nashorn das Horn ab. Was die Täter wohl nicht wussten: Bei dem Horn handelte es sich um eine Nachbildung.
Ein kurioser Diebstahl wurde in Bonn begangen. Unbekannte Täter brachen in das Museum Koenig an der Adenauerallee in Bonn ein. Nach bisherigen Ermittlungen der Polizei schlugen die mutmaßlichen Einbrecher ein Loch in eine Glasscheibe an der Rückseite des Museums. Offensichtlich hatten es die Täter auf etwas ganz bestimmtes abgesehen, denn in den Ausstellungshallen sägten sie einem Nashorn - ein Ausstellungsstück - das Horn ab. Mit der Beute konnten die Unbekannten flüchten. Weitere Exponate wurden nicht entwendet, auch die Museumskasse blieb unversehrt.
Was die Täter aber anscheinend nicht wussten: Bei dem Horn handelte es sich nicht um das Horn eines echten Nashorns, sondern bloß um eine Nachbildung. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen und Spuren gesichert.

- HAMBURG:
Unbekannte Grabschänder haben auf dem Friedhof Hamburg-Ohlsdorf einen Bronze-Löwen von der letzten Ruhestätte des Tierparkgründers Carl Hagenbeck (1844-1913) gestohlen.
"Triest" döste 100 Jahre lang auf dem Friedhof Ohlsdorf, am Kopf des Familiengrabs der Hagenbecks:
Vermutlich waren Buntmetall-Diebe am Werk, die nur am Material interessiert sind. Das ist rund 100.000 Euro wert. Die Tat ereignete sich zwischen 03. Und 07. Januar. Die Polizei ermittelt.
Die Familie Hagenbeck reagierte erschüttert auf die Tat: "Löwe Triest ist unersetzlich," heißt es in einer Mitteilung. Die Familie bittet mögliche Zeugen, sich bei der Polizei zu melden: "Vielleicht ist es noch nicht zu spät, um das unersetzliche Kunstwerk zu retten."
Denn für Tierparkgründer Carl Hagenbeck war "Triest" ein echter Freund: Sein Lieblings-Löwe soll dem Zoodirektor einmal das Leben gerettet haben, als er durch die Gehege des Tierparks spazierte und von anderen Raubkatzen angegriffen wurde. "Triest" soll sich dazwischen geworfen und Carl Hagenbeck geschützt haben. Auch deshalb wachte seine Skulptur am Grab.
Bereits im Frühjahr 2013 wurden die Hagenbecks Opfer von Metall-Dieben: Damals wurde das Bronzetor des Familiengrabs gestohlen. Es konnte nur noch durch einen Nachbau aus Edelstahl ersetzt werden.

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